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Landeshauptstadt

Erfurt

"Ich bin froh, viel unterwegs zu sein, aber ich bin immer wieder glücklich, nach Hause zu kommen. Ich hab' ne Weile in Berlin und Köln gelebt, aber es hat mich immer wieder in meine Stadt gezogen."

Musiker und Produzent CLUESO in der Götz Alsmann Show

Willkommen in Erfurt


In der Landeshauptstadt Thüringens verbinden sich Leben mit Arbeiten, Beruf mit Familie, Freizeit mit Genuss, Innovation mit Fortschritt, jung mit junggeblieben.

Erfurt – der Verkehrsknotenpunkt für Auto, ICE und Airline – die lebenswerte Stadt macht das Zusammenspiel für Familie, Beruf und Wirtschaft attraktiv und flexibel.

 

Tauch' in die Geschichte unserer mittelalterlichen Altstadt und die Moderne unserer Kulturszene ein – lerne die Menschen unserer Stadt kennen – erfinde dich und deine Heimat neu.

„Erfurt ist wie ein Schwamm, der neue Ideen und kreative Leute aufsaugt.“

über Jan

Jan Schlennstedt ist Bierbraumeister und gründete 2017 mit der ersten richtigen Stadtbrauerei, den Heimathafen, ein Start-up am Zughafen Erfurt.

 

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Warum bist du nach Erfurt zurückgekehrt?

Erfurt ist meine Heimatstadt und es kam eigentlich nie eine andere Stadt in Frage. Es ist eine große Kleinstadt oder umgedreht eine kleine Großstadt. Man kennt hier jeden über zwei, drei Ecken und das eine hervorragende Basis für Netzwerk, das man sich hier aufbauen kann.

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Spürst du eine Dynamik in Erfurt?

Momentan tut sich in Erfurt einiges. Weil gerade wie wir viele junge Leute zurückkommen, die Erfahrungen von ganz Europa, auch weltweit, mitbringen und ähnlich wie wir nach Hause kommen wollen. Die Erfahrung, die man irgendwo gesammelt hat, hier einbringt kann. Man merkt wo, die letzten 1-2 Jahre, die Leute einfach massiv Bock haben was zu machen, was zu starten und die Stadt einfach zu bereichern. Es gibt noch viel kulturelles und kreatives Potential.

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Du hast faktisch aus dem nichts eine Stadtbrauerei aufgebaut. Welchen Standort habt ihr gewählt und warum?

Wir haben unsere Brauerei hier am alten Güterbahnhof gegründet, am alt ehrwürdigen Zughafen - wo auch im Prinzip Clueso seine Wurzeln hat und sind eigentlich auch durch Zufall hier gelandet. Wir waren von Anfang an fasziniert von dem Gelände, von den Leuten hier. Wir haben seit Beginn Zugriff auf ein Netzwerk von Leuten gehabt, die Bock darauf hatten etwas Neues entstehen zu lassen. Den Ort hier mehr zu beleben - und auf andere Weise zu beleben. Und da waren wir nach dem Kalif Storch, der nächste kreative Ort. Und es tut sich immer mehr. Mehr Veranstaltungen, neue Mieter, die ein bisschen mehr Schwung und andere Perspektiven reinbringen.

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WIe habt ihr die Location gefunden?

Wir hatten eine Location gesucht für die Brauerei. Und ich betreibe Sport nebenbei - Triathlon - schwimmen, radfahren, laufen. Ich bin zu der Zeit relativ viel durch Erfurt gejoggt und bin dann irgendwo lang, hinter den Gleisen lang gelaufen - hinein in das urbane Erfurt - und dann durch Zufall hier hinten gelandet. Ich wusste schon, dass der Zughafen hier ist - mit Clueso etc. - und habe dann rübergeschaut und gedacht: Wow, geil. Genau das ist es! Ich habe angehalten und die Lage gesehen. Es war ähnliches Wetter wie heute und dann kam die Sonne raus und gesehen, was dort entstehen kann. Allein nur von außen. Und schon im Hinterkopf gehabt, dass du deine Ruhe hast und trotzdem mitten in der Stadt bist. Auto, Fahrrad, zu Fuß - kein Problem. Und dann bin ich nach Hause und habe als erstes eine E-Mail an den Zughafen geschrieben... Der Rest ist Geschichte.

Als meine Frau hier war, konnte sie es sich nicht so vorstellen.

Um Gottes Willen, bist du wahnsinnig.

Hier draußen sah es noch nicht so aus, wie es jetzt hier aussieht. Kein Zaun, alles etwas heruntergekommen - so das viele andere sich vermutlich rumgedreht hätten. Auch in der Halle war noch überhaupt nichts so wie es jetzt ist, haufenweise alten Maschinen und Fernseher und von einem Flohmarkthändler noch der ganze Kram.

Wir sind es dann trotzdem angegangen und sind echt froh, weil es so perfekt passt. Das ganze Netzwerk hier im Hafen ist auch einmalig. Das hat man nirgendwo.

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Warum arbeitet es sich hier schöner als beispielsweise in einem Industriegebiet?

Das Besondere an dem Ort ist das Netzwerk, die Leute, die hinter einem stehen, einen unterstützen. Wenn ich Hilfe benötige und ich bin hier allein, dann kostet mich das einen Anruf oder 10 Minuten Fußweg und ich hole mir irgend jemanden, der sagt: Ja, klar. Komm ich helfe dir. Oder wenn ich irgendetwas anderes brauche - einen Grafiker etc. Unsere T-Shirt werden hier vorne gemacht. Da kann man auf so ein großes Netzwerk zurückgreifen - coole Leute, die auch Bock haben.

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Wie lange hat es gedauert bis du deine Businesspläne endlich umsetzten konntest?

Wenn man zurück blickt - vor 2 Jahren hatten wir die ersten Ideen und wenn man nun sieht was aus der Halle geworden ist: Das bewegt schon sehr. Bis hier hin - bis man wirklich die fertige Brauerei vor sich sieht, war es ein weiter Weg - mit Umbaumaßnahmen, mit Brandschutz, etc. Aber es hat sich gelohnt.

Irgendwie ist es wie mit vielen Dingen - im Nachhinein weiß man nicht mehr so richtig, wie man das geschafft hat. Wenn alles nach und nach kommt, dann machst du einfach nur - weil du die Vision hast, weil du Bock drauf hast. Und im Nachhinein denkt man nur: Krass, wie ging das? Mit Kind im letzten Jahr, wo die Brauerei schon lief - war das schon eine großer Herausforderung. Ohne uns selber groß zu loben, aber es ist schon sehr bewegend: Wenn du wirklich was willst und es dann so umsetzt, wie du es gern hättest - das ist schon eine tolle Erfahrung. Und Bier ist zudem auch noch ein nices Produkt.

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Nehmen wir an du und deine Familie wärt fremd in der Stadt, wäre es ähnlich intensiv ein Start-up zu gründen?

Wenn man als Neuankömmling in die Stadt kommt und noch niemanden kennst, fällt es zu Beginn evtl. ein bisschen schwerer - aber es ist trotzdem möglich. Weil Erfurt wie ein Schwamm ist, der neue Ideen und kreative Leute aufsaugt und daher so etwas immer gern angenommen wird.

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Wo sind deine privaten, aber auch beruflichen Wünsche? Gibt es irgendwann den Hafen-Gin?

Wir müssen mal schauen, wo die Reise hingeht. Der erste Schritt war, jemanden auszubilden zum Brauer und Mälzer, den Fabian. Wir wissen noch nicht ganz genau, wo wir uns in zwei Jahren sehen. Auf jeden Fall wollen wir ein leichtes Wachstum haben, so wie jetzt die ersten zwei Jahre - und müssen von Jahr zu Jahr schauen, wie es angenommen wird, welche Ziele wir erreichen können.

Aber natürlich haben wir noch mega viele Pläne und auch Rezepte für Biere, die nur darauf warten aus der Schublade geholt zu werden. Und werden wahrscheinlich auch noch ein paar Leute überraschen mit ein paar ausgefeilten Rezepten, wo wir einfach Bock darauf haben das umzusetzen.

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Was ist dein Fazit der letzten zwei Jahre? Wo siehst du dich jetzt und was hat dir die Vergangenheit gebracht?

Die letzten zwei Jahre seit der Gründung waren der Wahnsinn. Die Entwicklung des Unternehmens, der Brauerei - wie auch privat. Was da alles mit dazugekommen ist. Wenn mir vor drei Jahren jemand gesagt hätte, du sitzt dann und dann in deiner eigenen Brauerei und hältst dein eigenes Produkt in der Hand und hast einen Azubi und produzierst, so und so viel Bier in der Woche - hätte ich gesagt du spinnst. Absoluter Wahnsinn. Trotzdem ist es noch ein gesundes Wachstum - man kommt nach und nach hinterher. Dass es nicht zu viel wird und man sich auch noch Freizeit erhält - besonders für die Familie.

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Wie wichtig ist dir persönlich deine Familie in Erfurt aufwachsen zu sehen?

Familie spielt - gerade wenn man Nachwuchs hat - eine große Rolle. Wobei bevor der Nachwuchs kam hat mich meine Frau von Anfang an unterstützt und hat im Hintergrund die Fäden gezogen. Immer wenn es um die Zahlen ging, ist sie eingesprungen und ich war mehr der emotionale Typ für das Produkt Bier. Als dann ein Kind dazu kam im letzten Jahr, war das dann auch noch mal ein enormer Schritt nach vorne. Wo wir auch festgestellt haben, wie schön es ist in Erfurt zu sein - mit Familie, mit Freunden, die hier schon immer gelebt haben. Die Stadt an sich ist so toll für Kinder - man hat so viele Möglichkeiten. Das ist das Schöne an der Stadt und es ist trotzdem noch klein und familiär. Es ist toll hier zu leben und hier wohnen.

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Wie bringst du Familie und Business in Einklang?

Familie ist das Wichtigste. Wenn man keine starke Familie hinter sich hätte - also keine starke Frau, dann wäre das Business so nicht möglich. Und meine Frau nimmt mir im Hintergrund einiges ab - mit Rechnungen etc. , wofür ich immer viel zu lange brauche. Das fällt ihr leichter und hält uns den Rücken frei. Und natürlich ist ein Kind zu Hause ein Ruhepol.

Lieber Jan, wir danken dir für das Gespräch.