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Kulturstadt

Weimar

"Ich hoffe natürlich, dass ich längerfristig hier bleiben kann. Ich liebe meinen Job - das ist ein Traumjob für mich! Ich bin gut aufgenommen worden, ich komme gut klar mit den Studierenen - also ich könnte mir vorstellen längerfristig hierzubleiben und hier zu wohnen."

Willkommen in Weimar

Weimar ist nicht nur die international bekannte Kultur- und Universitätsstadt. Unternehmen unterschiedlicher Branchen machen die wachsende Stadt in der Mitte Thüringens zu einem spannenden und innovativen Wirtschaftsstandort.


Auf den avantgardistischen Traditionen der Deutschen Klassik, der Weimarer Republik und des Bauhauses baut Weimar erfolgreich auf. 

 

Dafür sprechen einerseits die größte Dichte an Architektur- und Ingenieurbüros Deutschlands, andererseits die lebendige Gründerszene und wegweisende Entwicklungen der hier ansässigen Forschungseinrichtungen.

„Und jetzt bin ich verliebt
in Weimar - es ist
ein bisschen wie Kreuzberg, nur anders.“

über Alexandra

Alexandra Toland ist die Weimarer Story in unserer Portraitreihe aus der Impulsregion Erfurt, Jena, Weimar und Weimarer Land. Sie hat Weimar zu ihrer neuen Heimat gewählt, nachdem sie 20 Jahre in den USA, später in Holland und Berlin lebte. Die Juniorprofessorin an der Bauhaus-Universität  Weimar gestaltet nicht nur ihre eigene Zukunft.

 

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Was hat dich aus Berlin nach Weimar gezogen?

An der Bauhaus-Uni habe ich einen Lehrstuhl für „Arts and Research“, also Kunst und Forschung übernommen und leite das Doktorandenprogramm für Kunstler*innen und Designer*innen. Bisher war Berlin für mich das Zentrum des Universums und ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, woanders als in Berlin zu wohnen.

Und jetzt bin ich verliebt in Weimar.

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Was fasziniert dich an Weimar?

Weimar ist so eine schöne Stadt mit so viel Engagement von den Mitarbeitern, von den Studierenden, von den Leuten, die hier wohnen. Es gibt so viele Aktivitäten und Kulturangebote und Interaktion, so viele Start-up-Projekte, es ist ein bisschen wie Kreuzberg, nur anders. Ich habe jetzt mit vielen Künstler*innen und Designer*innen zu tun, die ähnliche Ziele haben und die Theorie mehr mit der Praxis verbinden wollen. Das ist ein Traumjob.

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Was bedeutet das Label „Bauhaus“ für dich?

Bauhaus heißt für mich Experimentieren in Forschung und Lehre. Erstmal musste ich mich in diese Bauhaus-Welt rein lesen und bin auf das „Weimarer Modell“ gestoßen: Praxis und Theorie miteinander verbinden, enge Zusammenarbeit zwischen Werkstätten und Professoren. Bauhaus und ich, das passte gut, egal ob Dessau oder eben Weimar. Vielleicht macht die Größe das Besondere aus. Es ist überschaubar, jeder kennt fast jeden, aber alle machen coole Sachen. Und ich hatte große Lust, mitmachen, dabei zu sein, um auch meinen Beitrag einzubringen.
Es ist nicht nur die Universität, sondern auch die Gesellschaft, in die die Universität eingebettet ist.

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Wie fühlt sich das an, im Gebäude Van de Veldes zu wirken?

Natürlich beeindruckend! Es ist schon anders als ein normales Universitätsgebäude in der Stadt. Ich habe vor ungefähr 10 Jahren einen kurzen künstlerischen Aufenthalt an der Taliesin School of Architecture in den USA gehabt und die Studenten dort haben gesagt: „It is like living in a museum“.

Dorthin kommen immer Touristen aus der ganzen Welt, aber die Studierenden leben und arbeiten da. Und hier in Weimar ist das ähnlich - es macht mich stolz, ein Teil dieser Geschichte zu sein.

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Wie ist dein Stil als Dozentin?

Mein Lehrstil ist eher diskursiv. Wir reden viel in meinen Seminaren. Ich gebe natürlich kurze Inputs, aber dann wird viel ausgetauscht über die Literatur, die ich als Hausaufgabe gebe. Obwohl ich den wissenschaftlichen Lehrgebieten zugeordnet bin, biete ich eine freiere Bearbeitung verschiedener Themen an. Das heißt, die Studierenden schreiben einen Aufsatz, können aber auch einen Film drehen, eine Installation oder eine Poster machen - oder irgendetwas darüber hinaus.

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Wie wichtig ist denn Bildung im Allgemeinen?

Ganz wichtig! Bildung ist der Grundbaustein für eine intakte Zivilgesellschaft. Die Tatsache, dass diese kleine Stadt ein so großes Bildungsangebot hat - also von ganz klein bis ganz groß. Ich bin mit meiner Familie hergezogen - wir mussten einen neuen Kitaplatz finden, eine Schule für meine Tochter und ich war wirklich begeistert von dem Bildungsangebot hier: fast einfacher als in Berlin. Und die Tatsache, dass Weimar zwei Universitäten hat - das prägt natürlich diese Stadt. Es ist das Gefühl, dass etwas in Bewegung bleibt. Die Leute kommen hierher um zu studieren, und gehen dann in andere Städte und bringen einen Teil von Weimar in die Welt.

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Wieso hast du zur summary in Weimar gekocht?

Das war im Rahmen eines Seminars: „Urban life beyond growth“. Es ging um die Postwachstumsstadt - also wie wir Städte anders planen und gestalten können. Wir befinden uns in einer Klimakrise und in einer ökonomischen Krise - man muss neue Modelle der Solidarität erfinden. Und das war ein perfektes Beispiel: die alte Feuerwache ist ein neues Wohn- und Entwicklungsprojekt. Es sollen viele Ateliers entstehen und ein kleiner Bio-Markt, ein Kinderladen - ein Ort für eine echte Community mit einem gemeinsamem Leben. Zusammen etwas zu erleben, zu kochen, ist eine Kommunikationsart.

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Was bringt dich auf solche Ideen?

In meiner Arbeit sehe ich mich auch als Schnittstelle zur Stadt Weimar. Denn interessanten Projekte soll es nicht nur in denkmalgeschützten Räumen geben, sondern draußen in der Stadt, im öffentlichen Raum. So können wir in Kontakt kommen mit interessanten Bürgerinitiativen und Kulturprojekten, die einen Fuß in der Uni haben und einen Fuß in der Weimarer Zivilgesellschaft. Die Bauhaus-Uni ist auch nicht so groß, dass man abgekapselt in den einzelnen Komfortzonen arbeitet, sondern man hat die Gelegenheit, wirklich mit anderen Fachbereichen zusammenzuarbeiten und so neue Kompetenzen in das eigene Projekt einzubringen.

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Weimar und du – eine Liebe für immer?

Es ist es wunderschön einfach hier zu sein, anzukommen - meine Kinder, meine Kunstprojekte, meine Bücher - und ich freue mich einfach hier zu sein mit allem ohne diese großen Abstände zu haben. Ich hoffe natürlich, dass ich längerfristig hier bleiben kann. Ich liebe meinen Job - das ist ein Traumjob für mich! Ich bin gut aufgenommen worden, ich komme gut klar mit den Studierenden - also ich könnte mir vorstellen längerfristig hierzubleiben und hier zu wohnen.
Mein Mann sucht schon einen Job als IT-Profi. Bisher sorgt er für die Balance zu Hause. Er steht zu 100% hinter mir und hat mir viele Aufgaben abgenommen, die die Familie betreffen: er kümmert sich um die Kita-Eingewöhnung, er bringt unsere Tochter zu Schule. Also ohne meinen Mann könnte ich das nicht alles unter einen Hut bringen.

Liebe Alexandra, wir danken dir für das Gespräch.

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